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Mehr Artenvielfalt in der Stadt
Die ehrenamtliche Gruppe "Wildpflanzen Task Force" pflanzt regionale Wildpflanzen auf öffentlichen und halböffentlichen Flächen in München.
Jede dieser heimischen Wildpflanzen zieht automatisch Insekten an. Fachleute erkennen auf diesen Beeten eine deutlich vermehrte Anzahl von Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen u.a. Insekten.
Überall dort, wo es wieder summt und brummt, finden dann auch andere Tiere Nahrung .
Ein einfacher Beweis sind z.B. in der Nähe aufgehängte Nistkästen mit erfolgreicher Brut (nach Kontrolle im Herbst). Das bedeutet, dass Vögel in einer auf diese Weise naturnah gestalteten Fläche ihre Jungen aufziehen konnten.
Foto: Tobias Bode
Können auch schon wenige Quadratmeter am Straßenrand etwas bewirken?
Lebensräume für Insekten
Diese beiden Großblütigen Königskerzen
(Verbascum densiflorum) brauchen einen sonnigen Standort. Sie sind zweijährig:
Im ersten Jahr besteht nur eine Rosette, die Blüten kommen im darauffolgenden Jahr.
Natürliche Vielfalt fördern
Schon im ersten Jahr der Blüte kommen Wildbienen zum Pollensammeln.
Danach wird die Pflanze sich aussäen und wieder zwei Jahre bis zu ihrer Blüte brauchen.
Einfach einen Versuch starten
Wer mehr über diese - und andere wertvolle - Pflanzen erfahren will, kann sich bei Natura DB einfach und schnell informieren:
Finde die passenden Pflanzen für deinen Garten, deine Terrasse oder deinen Balkon!
Baumscheiben am Straßenrand
Auf Eignung überprüfen
Bei der Auswahl einer Baumscheibe zur Bepflanzung ist es wichtig vorab zu prüfen, ob hier regelmäßig Menschen durchlaufen (z.B. Lieferdienste) oder Fahrräder abgestellt werden.
Die meisten Menschen erkennen insbesondere in der Anfangsphase keine Bepflanzung und benutzen das Areal wie gewohnt.
Ohne Zaun geht es kaum
Erst ein Zaun macht sichtbar, dass hier etwas anders ist als vorher. Er muss nicht unbedingt um die ganze Fläche gehen, sollte aber dort sein, wo die Vierbeiner bisher gewohnt waren ihre Häufchen zu machen.
Achtung: In der Nähe des Baumstammes kommen wir an seine Wurzeln. Hier können vorsichtig flachwurzelnde Frühjahrsblüher gesetzt werden.
Lichtverhältnisse beachten
Unter den Stadtbäumen haben wir häufig Halbschatten oder sogar Schatten., das ist bei der Auswahl der Pflanzen zu beachten.
Doch auch dafür gibt es eine faszinierende Auswahl an Pflanzen.
Z.B. über die NaturaDB Suchfunktion
- Pflanzenart: Blumen, Sträucher, Gräser
- Standort: Halbschatten, Schatten
- Heimisch
- Insektenfreundlich
Foto: Färber-Scharte (Serratula tinctoria)
Auf dem Gelände des Deutschen Wetterdienst (DWD) in München
Fast ein Naturgarten
Wo vorher nur ein immergrüner Bodendecker zu sehen war, wachsen inzwischen zahlreiche verschiedene Wildstauden und ein paar Gehölze.
Mit Hilfe von NaturaDB wurde eine Liste über die dort vorhandenen Pflanzen erstellt:
DWD - Staudenbeet
Verändertes Stadtbild
Diese Wilde Karde (Dipsacus fullonum) gefällt nicht nur dem einen oder anderen Fußgänger
Insektenmagnet
Die Nickende Distel (Carduus nutans) beeindruckt hier als "Hummel-Disko".
Darüber hinaus können noch etwa 78 weitere Wildbienen, 19 verschiedene Schmetterlinge und 30 Schwebfliegenarten von dieser Distel profitieren. Natürlich nur, wenn sich diese Tiere auch in der Umgebung aufhalten.
Bei NaturaDB kann man noch mehr erfahren. Erst die Pflanze suchen, und dann hier nachsehen:
"Wert für Insekten und Vögel"
Nicht nur Blüten sind wichtig, sondern die ganze Pflanze
Beispiel Aurorafalter
Dieser männliche Aurorafalter
(Anthocharis cardamines),
- Foto: Jörg Conrad -
nimmt gerade Nektar an einer Wildtulpe auf.
Erfreulicherweise mitten in München, im Olympiapark und nicht weit von der Wildblumenfläche des DWD, wo wir diesen auffallenden Falter auch schon haben fliegen gesehen.
Doch Nektar ist nur die Energiequelle der Insekten, sozusagen das "Flugbenzin".
Raupenfutterpflanzen
Um sich fortzupflanzen braucht der Aurorafalter, wie alle Schmetterlinge, seine ganz speziellen Wildpflanzen.
Das Weibchen des Aurorafalters
- Foto: Rikard Fath -
legt hier gerade seine Eier am
Wiesen- Schaumkraut (Cardamine pratensis) ab.
Weitere Raupenfutterpflanzen kannst du in der Suchfunktion von NaturaDB finden:
- Aurorafalter
- Raupenfutterpflanzen
Zeit für Entwicklung
Die Raupe des Aurorafalters
- Foto: Rikard Fath-
frisst hier am Wiesen-Schaumkraut.
Vom Ei bis zum fertigen Schmetterling vergeht fast ein ganzes Jahr. Davon verbringt er fast zehn Monate als Puppe (von Juni bis März).
Das Wiesen-Schaumkraut kann im Winter zusammenbrechen oder verfaulen. Die Raupe sucht daher nach stabilen Strukturen in der direkten Umgebung, wie z.B. verholzte Pflanzenstängel und verpuppt sich dort in Bodennähe.
Darum ist es so wichtig im Herbst die vertrockneten Stängel der Pflanzen stehen zu lassen, auch für Wildbienen u.a. Insekten! So lang wie möglich, im Fall des Aurorafalters bis etwa Anfang April.